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Ortsheimatpflege Bonaforth
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Lärmschutzwand - aus der Sicht des Ortsheimatpflegers Jetzt ist es also soweit: Bonaforth bekommt eine Lärmschutzwand! Mir stellt sich die Frage, ob das wirklich notwendig ist. Fühlen sich wirklich alle Bürger so sehr vom Schienenlärm belästigt, dass eine Minderung des Eisenbahngeräusches einen solch massiven Eingriff in das Dorfbild rechtfertigt? Leider wurde dazu nie eine grundsätzliche Meinungsumfrage gestartet. Zu meiner Verwunderung blieb aber auch der Protest aus. Während der Plan eines kleinräumigen Ballenlagers auf dem ehemaligen Alphalind-Gelände heftige Diskussionen auslöste, scheint diese schwerwiegende Maßnahme allen gleichgültig zu sein. Oder fehlt den Menschen nur die Vorstellungskraft? Dann könnte in einigen Wochen der große Aufschrei folgen. Vermutlich fühlt sich dann aber niemand dafür verantwortlich.  Mich persönlich entsetzt die Vorstellung einer künstlichen grünen Wand, die mitten durchs Dorf läuft. Nicht nur, weil es dem Dorfbild ein Stück Großstadtcharakter verleiht und die Trennung in Ober- und Unterdorf, wie sie durch die Bahnlinie bereits besteht, noch verstärkt wird. Am meisten schmerzt mich der Verlust eines Stückes  Identität des Ortes:                                                                                                                           Mehr als 150 Jahre führt die Bahnstrecke nun durch den Ort. Beim Bau halfen viele Einwohner mit. Sie waren froh über diesen zusätzlichen Verdienst. Vor etwa 100 Jahren lebten in Bonaforth immerhin 29 Bahnangestellte, deren Nachkommen noch heute hier wohnen. Einige Häuser im Ort verdanken ihre Entstehung allein der Eisenbahnlinie. Ich selbst wohne jetzt seit 17 Jahren in Bonaforth, keine 100m von der Bahnstrecke entfernt. Die Eisenbahn hat für mich nichts von ihrer Faszination verloren. Meine Kinder lieben die durchreisenden Züge genauso wie ich und sie kennen die Geschichte von der Bonafortherin, die für jeden Eimer Erde, den sie zum Bahndammbau brachte, Geld bekam. Und auch die Geschichte der Familie, der das Haus enteignet wurde, weil es im Verlauf der neu zu errichtenden Bahnstrecke lag. Einen Teil der Bonaforther Geschichte bildet die Eisenbahnstrecke, die jetzt hinter einer Wand verschwinden muss. Ich hoffe, dass spätere Generationen verantwortungsvoller mit ihrem Erbe umgehen. Mög-licherweise fällt dann auch wieder die Lärmschutzwand. P.S.  Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen, wenn sich die Verantwortlichen für einen Haltepunkt in Bonaforth eingesetzt hätten. Statt die Bahn zu verfluchen, hätte man sie nutzen können. Die Direktverbindung Bonaforth-Münden mit der Cantus-Bahn jede Stunde wäre sicherlich eine Bereicherung gewesen, nicht nur für die Schüler, die nach 13.25 Uhr keinen Bus mehr in den Ort nutzen können.                                                                                                                                                September 2009